Habe ich jetzt komplett den Anschluss verpasst?
Hi, ich habe keine Ahnung, wie du dich in diese Ecke des Internets verirrt hast.
Schön, dass du hier bist.
Ich spiele schon seit längerem mit dem Gedanken online zu schreiben. Und zwar nicht diese klassischen SEO optimierten Artikel, die Traffic auf meine Webseite bringen und meinen Umsatz steigern, sondern einfach Texte über Themen, die mich gerade beschäftigen.
Die Themen müssen und dürfen keinerlei Bezug zu meiner Arbeit als systemische Coach oder Yogalehrerin haben. Vielleicht hältst du mich für total rückständig und fragst dich, aber warum zur Hölle ein Blog? Warum kein Instagram Account oder wenigstens ein YouTube-Kanal?
Ja, warum eigentlich? 7 (gute) Gründe
- Weil ich selbst 80% meiner Zeit online auf Blogs verbringe. Ich liebe es Essays zu lesen und habe sogar die eine oder andere bezahlte Mitgliedschaft. Für mich sind das einfach die qualitativ hochwertigsten Inhalte, die ich konsumieren kann. Hier nehme ich am meisten für mich mit. Laut Cal Newport sind Social Media Beiträge wie hochverarbeitete Lebensmittel. Essays und lange Artikel wie Bio-Obst und Gemüse.
- Weil ich durch das Schreiben über Dinge besser lerne, als wenn ich nur über etwas lese. Ich schreibe bereits seit Jahren Tagebuch. Nicht in der Form von „Liebes Tagebuch, heute habe ich etwas großartiges erlebt“ sondern ich schreibe meine Gedanken auf. Ich schreibe über alles, was mir durch den Kopf schwirrt. Und ich merke, wie viel Klarheit mir das in meinem Denken bringt. Ich hoffe, der Blog bewirkt etwas ähnliches und macht mich zu einer besseren Denkerin. Zum ersten Mal bin ich durch Eva Keiffenheim darauf gekommen. Ich lese locker 30 Bücher im Jahr. Doch ich frage mich häufig, an wie viel kann ich mich langfristig erinnern? Ist das Lesen nicht auch nur ein Konsumieren von Inhalten? Eigentlich möchte ich aus jedem Buch etwas für mein Leben und meinen Alltag mitnehmen. Deshalb habe ich mir Evas Tipps zu Herzen genommen und damit begonnen, mir zu den Büchern, die ich lese, Zusammenfassungen und Anki-Karten zu schreiben. Ich muss gestehen, dass ich das erst 2-3 Monate konsequent mache, aber ich merke jetzt schon wie viel mehr ich mir merken kann und vor allem, dass ich die Ideen und Konzepte auch in anderen Kontexten abrufen kann. Ich hoffe, das Schreiben hier hilft mir auch dabei Themen noch stärker zu durchdenken und tiefer einzutauchen.
“Good thinking doesn’t happen by passive osmosis of other people’s good thinking. You have to actually write essays and journals to debug yourself and your ideas. And then, crucially, act on this thinking.“ Alexey Guzey
- Weil ich zu dem Zeitpunkt, wo ich diesen Artikel schreibe, seit drei Monaten kein Iphone mehr besitze, kein Social Media mehr nutze und offensichtlich zu viel Zeit habe.
- Weil ich gelesen habe, dass ein Blog nichts anderes ist als eine lange Suchfunktion bei Google, um faszinierende Menschen zu finden. Sogar neue Freundschaften sollen so entstehen können. Ich bin noch skeptisch, ob das wirklich klappt, aber cool fände ich es in jedem Fall.
- Weil ich fast ausschließlich englische Blogs lese und mir mehr deutsche wünsche.
- Weil mein Motto für dieses Jahr lautet „mehr zu kreieren als zu konsumieren“. Das gilt für Kleidung (Es dauert wirklich ewig einen Pulli zu stricken) genauso wie für Inhalte. In einem Interview mit Gulia Enders habe ich gehört, dass wir täglich so viel Text überfliegen und lesen, wie ein 1/3 eines Herr der Ringe Bands enthält (Das sind 433 Seiten. Jeden Tag!).
- Weil ich gerne lernen möchte, zu Schreiben. Und in jedem Schreibratgeber – egal ob von Stephen King oder von Bloggern – heißt es die beste Art, um Schreiben zu lernen, ist zu schreiben.
Was dich hier erwartet
Wenn ich ehrlich bin: Ich weiß es noch nicht genau. Ich werde über alles Schreiben, was mich beschäftigt. Über Bücher, die ich lese. Über Gespräche, die ich führe. Über Alltagsphänomene, die ich beobachte. Über Dinge, die ich gelernt habe. Über Experimente, die gewagt habe (Ich plane auch einen Artikel über meinen Iphone-Verzicht).
Dieser Blog deckt keine Nische ab, wovon mir wahrscheinlich jeder Marketingguru abrät, aber zum Glück hat dieser Blog keinerlei wirtschaftlichen Ziele. Er soll ein Ort zum Denken, Lernen und Austauschen sein. Mehr nicht. Ich setze die Messlatte extra niedrig, damit ich bei diesem Experiment auch eine Chance habe.
Das einzige Ziel, dass ich mir bei jedem meiner Artikel setze: Inhalte veröffentlichen, die mich selbst vor sechs Monaten oder einem Jahr begeistert hätten.
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